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Erarbeitung einer szenischen Lesung von Die Optimierer mit Theresa Hannig


Ich begleite Theresa Hannig seit 2017 als Stimmtrainerin, coache sie für Interviews und habe die Freude, sie während ihrer Schreibphasen als Figurendramaturgin zu begleiten und die Entstehung all ihrer Figuren und der Geschichte mitzubetreuen. Zeit, unsere Zusammenarbeit in dieser Blog-Serie Revue passieren zu lassen.

Unsere Zusammenarbeit so Komplex wie unsere Lebensläufe

Theresa Hannig sitzt auf einem Spielplatz irgendwo in Fürstenfeldbruck. Meine zwei jüngsten Kinder sind so alt wie ihre. Im unaufgeregten Zwiebellook stehen wir auf einem kleinen Hügel, beobachten die Kinder. Ich müsste Text lernen und die Arbeitsvermeidungsstrategie wirkt: Wir kommen ins Gespräch. Ich kenne sie. Sie ist die Schwägerin einer Freundin oder so… Offen, Sympathisch.

Sofort beginnen wir über die Welt zu philosophieren, erzählen uns von vergangenen Jobs, sie berichtet von ihrem Studium und ihrer Tätigkeit als Entwicklerin, ihrer Zeit in China und von dem Tag, an dem sie Windparks erbaute. Ich muss schmunzeln. Das gefällt mir. Theresa scheint auch eine Reisende zu sein wie ich. Immer auf der Suche nach einer neuen Herausforderung.

Sie berichtet von dem Nachwuchspreis des Lübbe Verlages, den sie für ihr erstes Buch gewonnen hat, von einer Lesung, die darum nun ansteht und der großen Frage, wie man das denn aufbauen könnte. Dann wird sie konkret: „Würdest du mich begleiten?“ Ich muss nicht lange nachdenken. „Natürlich!“, sage ich, ohne mir darüber bewusst zu sein, welche Reise hier vor uns liegt. Wir gucken uns an und sofort sprudeln Ideen aus uns heraus.

Die erste Lesung

„Ich benötige eine Lesung.“, ist der erste Auftrag von Theresa an mich. Puh, schwierig. Ich genieße es, wenn ich Geschichten höre. Ich finde es so wichtig, dass ein Mensch, egal ob alt oder jung noch vorgelesen bekommt. Aber Lesungen sind für mich schwierig. Meistens kann ich den Teil, welchen ich bereits in der Lesung gehört habe, im Buch nicht mehr selbst lesen. Ich kenne ihn bereits und überblättere ihn. Oder lese drüber und kann mich nicht richtig darauf konzentrieren. Sollte ich wirklich einen Auftrag annehmen, um eine Lesung zu konzipieren? Nein.

Ich mache Theresa also einen Vorschlag: Wir entwickeln ein eigenes Prinzip unserer Lesungen. Es gibt nichts Klassisches. Wir erarbeiten uns eine Art Buchtrailer. Wie im Kino. Unterschiedlichste Bilder, man lernt die Figuren kennen und erfährt etwas über die Geschichte. Aber man weiß nie genau, wo man sich in dem Buch gerade befindet. Theresa ist sofort dafür zu begeistern und so schnipseln, stückeln, entwickeln wir in unser erstes Projekt.

Während unserer Zusammenarbeit schreibt Theresa in ihrem Blog zwei Wochen vor Premiere: „Glücklicherweise habe ich großartige Mitstreiter, die mit mir die Buchpremiere vorbereiten und am Ende auch lesen werden. Alleine würde ich sicher eine 3-stündige Mammutvorlesung mit Erklärungen und Anmerkungen fabrizieren, bei der die Zuhörer nach der Hälfte die Flucht ergreifen würden.“

„Die Optimierer“ – eine szenische Lesung zur Buchpremiere 2017

Wir sind super aufgeregt vor diesem Tag. Theresa präsentiert ihr erstes Buch.

Christina Schmiedel_Szenische Lesung Die Optimierer
Klicke auf das Bild, um das Video in YouTube zu öffnen.

Sie liest mit einem Schauspieler und einer Schauspielerin und genießt sichtlich den Moment auf der Bühne, das Rampenlicht. Ich habe sofort das Gefühl, dass sie auf die Bühne gehört.

Die szenische Lesung von „Die Optimierer“ ist ein voller Erfolg und das Publikum ist begeistert von ihrem Auftritt.

Uns ist schnell klar, dass es in unserer Zusammenarbeit nicht nur bei dieser einen Lesung bleiben wird, denn die nächsten Ideen sprudeln schon.

Weiterlesen: Arbeit an der Auftrittsfigur der Autorin Theresa Hannig